Über 80 Wein-Begriffe einfach erklärt – von A wie AOC bis Z wie Zinfandel. Perfekt für Einsteiger und Genießer.
Französischer Begriff für das Zusammenspiel von Boden, Klima, Lage und Winzerhandwerk. Das Terroir prägt den unverwechselbaren Charakter eines Weins.
Beispiel: Ein Riesling von der Mosel schmeckt anders als einer aus dem Rheingau – das liegt am unterschiedlichen Terroir.
Der Zuckergehalt der Trauben vor der Gärung, gemessen in Grad Oechsle (°Oe) in Deutschland. Je höher, desto reifer und süßer die Trauben.
Beispiel: Ein Kabinett hat mindestens 67°Oe, eine Spätlese mindestens 76°Oe.
Der Reifungsprozess eines Weins nach der Abfüllung. Viele Weine verbessern sich mit der Zeit – Tannine werden weicher, Aromen komplexer, Säure integriert sich.
Beispiel: Ein Barolo DOCG 2019 kann problemlos 10-20 Jahre reifen – er wird mit der Zeit immer besser.
Das Umfüllen von Wein in eine Karaffe (Dekanter). Zweck: Trennung vom Depot (bei alten Weinen) und Belüftung (bei jungen, tanninhaltigen Weinen).
Beispiel: Einen jungen Barolo sollte man 1-2 Stunden vor dem Trinken dekantieren – die Tannine werden weicher.
Oberbegriff für Weine mit Kohlensäure. Methoden: Flaschengärung (Champagner, Crémant), Tankgärung (Prosecco), Imprägnierung (günstiger Sekt). In Deutschland: Sekt, Perlwein.
Beispiel: Champagner wird aufwändig in der Flasche vergoren – Prosecco im Stahltank. Beides Schaumwein.
Französischer Schaumwein, nach der gleichen Methode wie Champagner (Flaschengärung), aber aus anderen Regionen. Deutlich günstiger bei hoher Qualität.
Beispiel: Crémant d'Alsace oder Crémant de Loire – hochwertiger Schaumwein für 10-15€.
Deutsche Bezeichnung für Schaumwein. Qualitätsstufen: Deutscher Sekt (günstig), Sekt b.A. (bestimmte Anbaugebiete), Winzersekt (Flaschengärung aus eigenem Wein).
Beispiel: Winzersekt aus Deutschland – handwerklich hergestellt, oft auf Riesling-Basis, echte Spitzenqualität.
Das Jahr, in dem die Trauben geerntet wurden. Ein Jahrgangswein stammt zu 85% aus dem angegebenen Jahr. Bestimmt die Qualität maßgeblich (Sonnenstunden, Niederschlag, Temperatur).
Beispiel: 2019 war ein großartiger Jahrgang für Barolo – warm, aber nicht zu heiß, mit perfekter Reife.
Ungewollte geschmackliche oder geruchliche Abweichungen im Wein. Häufigste Fehler: Korkgeschmack (TCA), Essigstich (Oxidation), Schwefelstich (SO₂), Maderisation (Hitzeschaden), Hefeton.
Beispiel: Korkgeschmack erkennst du am Geruch nach nassem Karton – die Flasche sollte reklamiert werden.
Systematische Beurteilung von Wein nach Aussehen, Geruch (Nase) und Geschmack. Schritte: Sehen (Farbe, Klarheit), Riechen (Aromen), Schmecken (Säure, Tannin, Körper, Abgang).
Beispiel: Bei einer Weinprobe beginnt man mit leichten Weißweinen und steigert zu schweren Rotweinen.
Der Geschmackseindruck, der nach dem Schlucken im Mund bleibt. Ein langer Abgang (10+ Sekunden) ist ein Qualitätsmerkmal. Kurzer Abgang: einfacher Wein.
Beispiel: Ein großer Barolo hat einen Abgang von 30+ Sekunden – die Aromen bleiben lange im Mund.
Das Mundgefühl des Weins – leicht, mittel, voll. Bestimmt durch Alkoholgehalt, Extrakt und Tannine. Ein voller Körper steht für kräftige, gehaltvolle Weine.
Beispiel: Barolo hat einen vollen Körper – er füllt den ganzen Mund aus. Ein Prosecco ist leicht und spritzig.
Systematische Weinprobe, oft mit mehreren Weinen in einer bestimmten Reihenfolge. Ziel: Vergleich und Bewertung der Weine. Oft mit Bewertungsbogen.
Beispiel: Eine Degustation von 5 Rotweinen – von leicht bis schwer, von jung bis gereift.
Die Gesamtheit der Geruchs- und Geschmackseindrücke eines Weins. Unterscheidung: Primäraromen (Traube), Sekundäraromen (Gärung), Tertiäraromen (Reife).
Beispiel: Ein Riesling hat Primäraromen von Pfirsich und Zitrus, die durch Flaschenreife tertiäre Noten von Petroleum entwickeln.
Die Gesamtheit der Duftnoten eines gereiften Weins. Ein komplexes Bouquet ist ein Qualitätsmerkmal und entsteht durch Flaschenreife.
Beispiel: Ein gereifter Barolo entfaltet ein Bouquet von Rosen, Teer, Trüffel und Kirsche.
Die ideale Temperatur zum Servieren von Wein: Rotwein 16-18°C, Weißwein 8-12°C, Rosé 8-12°C, Schaumwein 6-8°C. Zu kalt = Aromen versteckt, zu warm = alkoholisch.
Beispiel: Einen Rotwein im Sommer 15 Minuten vor dem Servieren in den Kühlschrank stellen – perfekte 17°C.
Das Mischen verschiedener Weine oder Rebsorten. In Deutschland für Qualitätswein verboten (nur für Landwein/Tafelwein erlaubt), in Frankreich die hohe Kunst der Cuvée.
Beispiel: Châteauneuf-du-Pape ist ein Verschnitt (Cuvée) aus bis zu 13 zugelassenen Rebsorten.
Wein aus ökologischem Anbau: keine synthetischen Pestizide, Dünger oder Herbizide. EU-weit geregelt durch die Bio-Verordnung (EU-Öko-Siegel).
Beispiel: Bioweine werden immer beliebter – sie schmecken oft reiner und terroirgeprägter.
Wein mit minimaler technischer Intervention. Meist spontan vergoren, ungeschwefelt oder sehr niedrig schwefelig, unfiltriert. Lebendig und oft trüb. Tendenz: polarisierend.
Beispiel: Naturwein kann trüb aussehen und nach Joghurt oder Hefe riechen – das ist gewollt.
Die taktile Empfindung des Weins im Mund – samtig, seidig, rau, cremig, ölig. Bestimmt durch Tannine, Alkohol, Säure und Glycerin.
Beispiel: Ein Amarone hat ein samtiges Mundgefühl – fast wie flüssiger Samt auf der Zunge.
Die Kunst des Weinverschnitts in Frankreich, besonders in Bordeaux. Verschiedene Rebsorten oder Parzellen werden zu einem harmonischen Wein zusammengefügt.
Beispiel: Die Assemblage von Cabernet Sauvignon und Merlot ist die Grundlage der großen Bordeaux-Weine.
Französische Bezeichnung für eine klassifizierte Weinlage. Grand Cru (Großes Gewächs), Premier Cru (Erstes Gewächs). Das System ist in Burgund und im Elsass besonders ausgeprägt.
Beispiel: Ein Grand Cru aus Burgund stammt von der besten Weinbergslage – extrem selten und teuer.
Edle Rotweinrebe aus dem Piemont (Italien). Ergibt tanninreiche, säurebetonte Weine mit Aromen von Teer, Rosen, Kirschen und Trüffel. Basis für Barolo und Barbaresco.
Beispiel: Barolo DOCG wird zu 100% aus Nebbiolo gekeltert – einer der großartigsten Rotweine der Welt.
Die meistangebaute rote Rebsorte Italiens. Basis für Chianti, Brunello di Montalcino und Vino Nobile di Montepulciano. Aromen: Kirsche, Veilchen, Kräuter, oft mit erdigen Noten.
Beispiel: Chianti Classico wird aus mindestens 80% Sangiovese gekeltert – purer Genuss zur Pasta.
Fruchtige Rotweinrebe aus Apulien (Italien), genetisch identisch mit dem amerikanischen Zinfandel. Aromen: Pflaume, Brombeere, Vanille. Weich, fruchtig, ideal für Einsteiger.
Beispiel: Primitivo di Manduria ist ein günstiger, fruchtiger Rotwein – perfekt für den Einstieg ab 9€.
Deutschlands edelste weiße Rebsorte. Extrem vielseitig: von trocken bis edelsüß, von leicht bis schwer. Berühmte Anbaugebiete: Mosel, Rheingau, Pfalz.
Beispiel: Riesling GG Mosel 2022 – mineralisch, elegant, mit Pfirsich- und Zitrusnoten.
Deutsche Bezeichnung für Pinot Noir. Feine, elegante Rotweinrebe mit Aromen von roten Beeren, Kirschen und oft einer erdigen Note. Berühmt aus Burgund und Deutschland.
Beispiel: Spätburgunder aus Baden oder dem Rheingau – feine, elegante Rotweine für Genießer.
Die bekannteste weiße Rebsorte der Welt. Vielseitig: von frisch-mineralisch bis opulent-butterig (Barrique-Ausbau). Heimat: Burgund. Heute weltweit angebaut.
Beispiel: Ein Chardonnay aus dem Burgund kann ungeschwefelt frisch oder im Barrique gereift buttrig-cremig sein.
Aromatische weiße Rebsorte mit intensiven Noten von Stachelbeere, Gras, grünem Paprika und Zitrus. Berühmt aus dem Loire-Tal (Sancerre) und Neuseeland.
Beispiel: Sancerre Blanc wird aus 100% Sauvignon Blanc gekeltert – frisch, mineralisch, stachelbeerig.
Würzige Rotweinrebe mit Aromen von schwarzen Früchten, Pfeffer, Veilchen und Rauch. In Frankreich Syrah (Rhône), in Australien Shiraz genannt.
Beispiel: Ein Syrah aus dem nördlichen Rhône-Tal – würzig, pfeffrig, mit dunkler Frucht und Kraft.
Weiche, fruchtige Rotweinrebe mit Aromen von Pflaume, Kirsche und Schokolade. Weniger tanninbetont als Cabernet Sauvignon. Berühmt aus Bordeaux und dem Veneto.
Beispiel: Merlot ist der perfekte Rotwein für Einsteiger – weich, fruchtig und unkompliziert.
Die berühmteste rote Rebsorte der Welt. Kräftige Tannine, Aromen von Cassis, grüner Paprika, Zedernholz und Tabak. Heimat: Bordeaux. Heute weltweit angebaut.
Beispiel: Château Margaux 2015 basiert auf Cabernet Sauvignon – ein Premier Grand Cru Classé.
Rotweinrebe, die genetisch identisch mit dem italienischen Primitivo ist. In Kalifornien sehr beliebt. Aromen: Brombeere, Pfeffer, Vanille. Oft hoher Alkoholgehalt.
Beispiel: Zinfandel ist der 'All-American Wine' – fruchtig, kräftig und oft mit 15%+ Alkohol.
Eines der berühmtesten Weinbaugebiete der Welt, im Südwesten Frankreichs. Bekannt für Rotweine (Cabernet Sauvignon, Merlot) und Süßweine (Sauternes). Einteilung in Linkes und Rechtes Ufer.
Beispiel: Château Margaux ist ein Premier Grand Cru Classé aus dem Bordeaux – eines der berühmtesten Weingüter der Welt.
Legendäres Weinbaugebiet in Ostfrankreich. Heimat von Pinot Noir (Rot) und Chardonnay (Weiß). Berühmt für seine Parzellierung in Grand Cru- und Premier Cru-Lagen.
Beispiel: Ein Burgunder Grand Cru – einer der teuersten Weine der Welt, aus einer einzigen, als grandios klassifizierten Lage.
Deutschlands ältestes Weinbaugebiet an den Ufern von Mosel, Saar und Ruwer. Weltberühmt für Steillagen-Rieslinge. Bekannt für mineralische, elegante Weine mit feiner Säure.
Beispiel: Riesling von der Mosel – mineralisch, elegant, mit Pfirsich- und Zitrusnoten. Unverwechselbar.
Kleines, aber edles deutsches Weinbaugebiet am Rhein. Berühmt für Riesling und Spätburgunder. Heimat der ersten Riesling-Pflanzung Deutschlands (Schloss Johannisberg).
Beispiel: Rheingauer Riesling ist oft kräftiger und gehaltvoller als Mosel-Riesling – mehr Körper, mehr Fülle.
Zweitgrößtes deutsches Weinbaugebiet. Mildes Klima (fast mediterran). Bekannt für Riesling, Spätburgunder, aber auch für Burgundersorten und internationale Rebsorten.
Beispiel: Die Pfalz ist für ihre kräftigen, gehaltvollen Weine bekannt – oft mit viel Sonne und Fülle.
Das nördlichste Weinbaugebiet Frankreichs, östlich von Paris. Einzige Region, deren Schaumwein 'Champagner' heißen darf. Rebsorten: Chardonnay, Pinot Noir, Pinot Meunier.
Beispiel: Champagner Brut Réserve – feinperlig, elegant, mit Brioche- und Zitrusnoten. Der König der Schaumweine.
Italienischer Schaumwein aus der Glera-Traube. Hauptanbaugebiet: Veneto und Friaul. Prosecco DOC ist leicht und fruchtig, Prosecco Superiore DOCG ist hochwertiger.
Beispiel: Prosecco Superiore DOCG – spritzig, birnig, akazienblütig. Der perfekte Aperitif ab 12€.
Eine geografisch abgegrenzte Region, in der Wein angebaut wird. In Deutschland: 13 Anbaugebiete (Mosel, Rheingau, Pfalz, Baden, Franken, etc.). Jede Region hat eigene Rebsorten und Weinstile.
Beispiel: Die 13 deutschen Weinbaugebiete erstrecken sich von der Mosel bis zum Bodensee.
Bekanntes Weinmagazin aus den USA. Vergibt Punktebewertungen (0-100) und betreibt eine große Online-Datenbank mit Weinbewertungen.
Beispiel: Ein Wine-Enthusiast-Score von 90+ Punkten ist eine hervorragende Bewertung.
Einflussreichster Weinkritiker der Welt. Sein 100-Punkte-System hat die Weinwelt revolutioniert. Ein Parker-Punktestand von 90+ kann den Preis eines Weins verdoppeln.
Beispiel: Ein Wein mit 95 Parker-Punkten ist ein außergewöhnlicher Wein – begehrt und oft teuer.
Edelfäule (Botrytis cinerea), ein Pilz, der die Trauben schrumpfen lässt und den Zucker sowie die Aromen konzentriert. Essenziell für Spitzen-Süßweine wie Sauternes, Trockenbeerenauslesen.
Beispiel: Sauternes aus dem Bordeaux ist der berühmteste Botrytis-Wein der Welt – unglaublich süß und komplex.
Nach der alkoholischen Gärung: Umwandlung der scharfen Äpfelsäure in mildere Milchsäure. Macht den Wein weicher, runder und cremiger. Typisch für Rotweine und manche Weißweine.
Beispiel: Ein Chardonnay mit malolaktischer Gärung schmeckt buttrig und cremig – das ist der Milchsäure zu verdanken.
Der frische Traubensaft, bevor die Gärung beginnt. Aus Most wird durch alkoholische Gärung Wein. Der Most bestimmt das spätere Potenzial des Weins.
Beispiel: Aus dem Mostgewicht (Oechsle) kann man das spätere Alkoholpotenzial des Weins berechnen.
Die jährliche Arbeit im Weinberg, bei der die Reben im Winter zurückgeschnitten werden. Bestimmt Ertrag und Qualität der kommenden Ernte.
Beispiel: Für Spitzenweine wird radikal zurückgeschnitten – weniger Ertrag, aber höhere Qualität.
Die Ernte der Trauben. Frühe Lese (für frische Weine), späte Lese (für reife, konzentrierte Weine). Handlese vs. Maschinenlese. Der Zeitpunkt bestimmt den Weinstil.
Beispiel: Spätlese bedeutet späte Lese – die Trauben hängen länger am Stock und werden reifer und süßer.
Ein abgegrenztes Stück Land, auf dem Weinreben angebaut werden. In Deutschland oft als 'Lage' bezeichnet. Berühmte Lagen haben eigene Namen und sind oft seit Jahrhunderten bekannt.
Beispiel: Die 'Bernkasteler Doctor' ist eine der berühmtesten Weinbergslagen an der Mosel.
Zugabe von Schwefeldioxid (SO₂) zum Wein als Konservierungsmittel und Antioxidationsmittel. Verhindert Oxidation und mikrobiellen Verderb. 'Ungeschwefelt' wird immer beliebter.
Beispiel: Ein ungeschwefelter Wein hält sich weniger lang, schmeckt aber oft frischer und 'reiner'.
Bei Rotwein: Die Trauben werden mit Schalen vergoren, um Farbe, Tannine und Aromen zu extrahieren. Dauer: 1-4 Wochen. Bei Weißwein meist ohne Schalen (Mostgärung).
Beispiel: Rotwein wird auf der Maische vergoren – deshalb ist er rot und tanninhaltig.
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